„Foodexperte" startet im TV durch

NRZ

Vor fünf Jahren begann die TV-Karriere des Düsseldorfers Sebastian Lege bei ZDF, ProSieben und WDR. Seit drei Jahren ist der gelernte Koch nun regelmäßig bei der „ZDFzeit“ mit Nelson Müller zu sehen. Nun werden mit ihm zwei Sendungen zum Thema „Die Tricks der Lebensmittelindustrie“ ausgestrahlt. Die erste Sendung läuft am Dienstag, 17. Januar, um 20.15 Uhr unter dem Motto „Turbo-Salami, Tütensuppen Co“. Genau eine Woche darauf folgt ebenfalls zur Prime-Time „Light-Produkte, Veggie-Wurst Co“.
 
Lege hat viel Erfahrung im Bereich industrielle Lebensmittelverarbeitung sammeln können. Diese nutzt er nun für die TV-Sendung. „Die Kombination von technischer Umsetzung und kulinarischer Kreativität ist wohl selten, aber beim Fernsehen gefragt. Die brauchen jemanden, der weiß, wie die Industrie Lebensmittel herstellt“, sagt er.
 
Der sympathische Mann arbeitete seit 2007 freiberuflich als Produktentwickler bei Nestlé. „Bei Fertigprodukten gibt es viele gute moderne Konzepte“, sagt er. „Je kürzer die Zutatenliste auf der Verpackung ist, desto eher ist in dem Lebensmittel auch das, was es verspricht. Hochwertige Produkte haben bei Fertiggerichten allerdings auch ihren Preis. Ich bin geschockt, wie viele Leute immer noch eher auf den Preis als auf die Qualität beim Einkaufen achten.“ Vor allem kleinere Sachen werden immer öfter hergestellt wie die selbstgemachte Suppe, die man einfriert. Light-Produkte hält Lege dagegen nichts, es sei zu viel Chemie drin. Außerdem meint er: „Verpackungen werden mit immer mehr Informationen bekleistert. Das verwirrt die Verbraucher.“
 
Multikulti-Essen
 
Einen Trend, den Lege die letzten Jahre beobachtet hat: Das Essen ist multikultureller geworden. „Privat koche ich gerne asiatisch“, sagt der Foodexperte. „Ich mag Gewürze, Salz und Pfeffer alleine reichen mir allerdings nicht. Auch buntes Essen – vor allem Gemüse- mag ich sehr.“ Außerdem gibt es laut Lege einen großen Trend für „Ultra-Fresh-Food“, also für frisches Essen unterwegs. Das gibt es zum Beispiel bei Geschäften wie Rewe-to-go.
Ein gesundes Essen – ob nun unterwegs oder zuhause – ist für Lege vor allem vielseitig. „Wir müssen mehr in der Produktvielfalt wechseln“, so der Koch. „Das geht auch mit regionalen Produkten und im Winter.“
Rezepte für ausgewogenes Essen hat Lege in seinem Kochbuch „Die Foodwerkstatt – 38 Supermarktklassiker und Fastfood-Lieblingsrezepte zum Selbermachen“ festgehalten.
„Das Buch soll auch unterhalten und informieren. Allein Rezepte reichen für ein Kochbuch nicht aus – die bekommt man heutzutage kostenlos im Internet. Auf meinen Wunsch hin ist das Buch im Tim-Burton-Style gehalten.“
 
Ernährung bei Kindern ist wichtig
 
Sebastian Lege setzt sich außerdem bei einer Initiative für einen gesunden Lebensstil ein: seit letztem Jahr ist er Förderer und Pate bei „SMS. Sei schlau. Mach mit. Sei fit“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetes Zentrum. Auch die Ernährung von Kindern ist ihm wichtig. Von Produkten die extra als Kinderprodukte gekennzeichnet sind hält er genauso wenig, wie von Light-Produkten. Die Verantwortung sieht er auch bei den Eltern: „Ich würde am liebsten allen Müttern, die ihren Kindern unter fünf Jahren Kartoffelchips geben, die Kinder wegnehmen. In Chips ist viel zu viel Salz.“
 
Wenn Lege mal nicht arbeitet oder privat kocht, geht er mit seinem Hund spazieren. „Der ist überall mit dabei“, sagt er.