Gymnastik auf dem Wasser-Trampolin

Rheinische Post

"Im Schwimmbad probierten die Kinder der St.-Rochus-Schule eine neue Form des Sportunterrichts aus: das `Kidsbouncing´ im flachen Wasser. Auf Trampolinen absolvierten sie Tanz- und Gymnastikübungen.

Brustschwimmen, Kraulen und ein paar schnelle Bahnen ziehen - was für die meisten Schüler ein typischer Sportunterricht im Schwimmbad ist, war für die Kinder der St.-Rochus-Schule nur eine kurze Aufwärmübung. Im Bilker Schwimmbad an der Bachstraße probierten sie das `Kidsbouncing´ aus, das Trampolispringen im Wasser.

Nachdem Paralympics-Bronzemedaillengewinnerin Tanja Gröpper den Schülern die grundlegenden Schwimmtechniken beigebracht hatte, ging es in ein kleineres Becken. Dort stieg jedes Kind auf ein Trampolin, das am Grund festgemacht war. Unter den schwungvollen Rhythmen moderner Tanzmusik folgten die Schüler den Vorgaben von Sportwissenschaftlerin Romina Walterowicz. `Die Musik erzeugt Spaß bei den Kindern und überdeckt ein wenig die enorme Anstrengung, die sie bei den Turnübungen im Wasser leisten müssen´, sagte sie. `Durch den Widerstand unter Wasser schont es aber auch die Gelenke.´ Auch die Nichtschwimmer hatten keine Probleme, die Übungen im flachen Becken zu absolvieren. In Intervallen von mehreren Minuten tobten sich die Kinder aus: entweder mit einer getanzten Choreographie, die sie aus Musikvideos kannten, oder mit einem spontanen `Hampelmann´, bei dem auch die Arme trainiert werden.

Im Rahmen der Initiative `SMS. Sei schlau. Mach mit. Sei fit.´ organisiert das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) mit der Bädergesellschaft den Sportunterricht. Durch das Projekt erhalten Düsseldorfer Kinder, darunter auch Klassen der GGS Sonnenstraße und der Matthias-Claudius-Grundschule, ein professionelles Training von erfahrenen Sportlern. Dazu laufen parallel Untersuchungen an den jeweiligen Schulen, um die Gesundheit, Ausdauer und Ernährung der Kinder zu untersuchen.

Auch prominente Sportler, etwa von Fortuna Düsseldorf oder der DEG, kommen dazu und motivieren die Schüler, den Sport im Alltag nicht zu vernachlässigen. `Ernährung und Bewegung im Alltag sind enorm wichtig für die gesunde Entwicklung junger Menschen´, sagte Karsten Müssig vom Institut für Klinische Diabetologie am DDZ. `Ausdauer und Kondition der Kinder verschlechtern sich deutlich. Nur gut 15 Prozent bewegen sich bis zu 60 Minuten am Tag. Dieses wäre jedoch das nötige Minimum.´

Die Bewegungsförderung im Wasser ist bislang noch ein Pilotprojekt. `Es soll Kindern den Spaß am Schwimmen vermitteln und den Lehrern gleichzeitig nützliche Anregungen für den Unterricht geben´, sagte Roland Kettler, Geschäftsführer der Bädergesellschaft. Die Profisportler sind begeistert: `Ich kann nur empfehlen, diesen Weg engagiert weiterzugehen´, sagte Schwimmerin Tanja Gröpper."

(Marcel Rohmann)